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Platz 5 beim ersten internationalen Einsatz!



Als einziger Athlet aus Köln startete der 17-jährige Timon Dethloff (Cologne Athletics) bei den U18-Europameisterschaften der Leichtathletik in Jerusalem (Israel). Obwohl die Nationalmannschaft mit 50 Athleten am Freitag bereits im Flieger in Frankfurt saßen, wurde der Lufthansa-Flug mangels Bodenpersonal noch annulliert. Kurzerhand untergebracht in der Sportschule des Hessischen Landesverbandes musste man warten, bis freie Plätze auf den folgenden Maschinen frei wurden. Am Sonntag konnte Timon dann endlich nach Israel fliegen, doch für Montag waren bereits die Vorläufe über 110m Hürden der jungen Männer anberaumt.


Im Feld der 40 Hürdenläufer aus 28 Nationen startete Timon auf Bahn 5 im 5. Vorlauf direkt neben Aarne Autio aus Finnland, mit dem er Ende April in Turku noch gemeinsam trainiert hatte, denn Cologne Athletics pflegt eine internationale Clubpartnerschaft mit dem Verein Turun Urheiluliitto. Bei 4m/s Rückenwind, die für Hürdenläufer nicht gerade vorteilhaft sind, setzte Timon das erste Ausrufezeichen bei seinen ersten internationalen Meisterschaften und lief mit 13,52s so schnell ins Ziel wie noch nie zuvor. Lediglich der Zypriot Economides lag mit 13,50s hauchdünn vor ihm.


Am Dienstag um 17 Uhr Ortszeit folgten dann 3 Halbfinal-Läufe und Timon wurde dem 2. zugeordnet, wie auch die beiden von der Meldeleistung her schnellsten europäischen Nachwuchshürdenläufer Vehmaa aus Finnland und Pedre aus Frankreich. In einem fulminanten Rennen bei regulären Windverhältnissen von +0,4m/s gewann Timon diesen starken Lauf in ausgezeichneten 13,46s.


Mit dieser persönlichen Bestleistung stellte er nicht nur fast einen neuen deutschen Rekord auf (13,40s aus dem Jahre 2014), sondern zog auch als Zeitschnelllster der 24 Starter aus den Halbfinals in den Endlauf ein, der nur knapp 2 Stunden später erfolgte. Doch in diesem spannenden Finale lagen am Ende etwas unerwartet nicht die vier Besten aus dem Halbfinale vorn, sondern die anderen vier. Gewonnen hat mit 13,50s D. Pronk aus Holland, vor N. Rase aus Belgien (13,56s) und dem deutschen Rekordhalter über 60m Hürden in der Halle Nils Leifert vom LAC Quelle Fürth mit persönlicher Bestzeit von 13,60s. Auf Platz vier folgte dann M. Boulineau aus Frankreich (13,65s), bevor Timon als Fünfter das eigentlich favorisierte Quartett mit 13,69s ins Ziel führte. Zach aus Tschechien (13,72s), Economides aus Zypern (13,72s) und Pedre aus Frankreich (14,23s) hatten das Nachsehen und mussten sich mit Platz 6 bis 8 begnügen.


"Meine Power war auf einmal weg, ich war zu nah an den ersten beiden Hürden dran", teilte Timon kurz nach dem Zieleinlauf der Presse mit. "Ich habe mir mehr vorgestellt, ich wollte Europameister werden. Aber ich bin froh, dass ich zuende laufen konnte." Und auf die Frage, ob er mit etwas Abstand mit Rang fünf dennoch leben könne, antwortete Timon spontan: "Was, ich bin mit dem Lauf noch Fünfter geworden?" und lief mit einem leichten Lächeln zum Teamkameraden Nils Leifert, um mit der Deutschland-Fahne sich den Fotografen zu stellen. Bundestrainer Rico May war stolz auf seine beiden Jungstars und überwältigt von Timons Schnelligkeit. Diese 13,46s aus dem Halbfinale seien gar nicht hoch genug zu bewerten, äußerte er sich gegenüber Vero Theill, Timons Heimtrainerin, die ebenfalls, dieses Mal als Mitglied einer Fangruppe von Cologne Athletics vor Ort war. "Ich hatte keine Akkreditierung und konnte daher nicht an Timon ran. Er hat das aber alles allein ganz super gemacht. Bei seiner ersten Europameisterschaft Rang fünf ist überragend und seine Zeiten demonstrieren eindrucksvoll, welches Potenzial er mitbringt. Ich bin super stolz auf ihn."

Mit seinem sympathischen und überzeugenden, letztlich auch selbstbewussten Auftritt begeisterte Timon das Publikum im Stadion und gewann auch viele neue Fans in Social Media hinzu, wie die steigende Anzahl von Followern und vielen Likes auf die eingestellten Storys über die zwei Wettkampftage gezeigt haben.


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